Kompostierbarkeit


Kaffee war verpackungstechnisch bei der Frage der Nachhaltigkeit und Kompostierbarkeit schon immer ein Sorgenkind.

Zum Schutz vor äußerden Einwirkungen muß nicht nur gemahlener Kaffee, u.a. vor Sonnenlichteinstrahlung und Sauerstoff, geschützt werden - andernfalls würde er schnell sein Aroma verlieren. Gerade gemahlener Kaffee blüht unter Einwirkung von Sauerstoff in extrem kurzer Zeit aus, wie der Fachmann den Aromaverlust nennt. Kaffee wäre zwar ohne duftendes Aroma per se nicht ungenießbar, doch verflüchtigen sich tatsächlich im Schnitt in den ersten 8 Stunden nahezu 40% der Aromen. Dadurch halten viele Verbraucher den Kaffee dann für schlecht, da sie den angenehmen Kaffeeduft vermissen, mit dem sie die Qualität und Genießbarkeit oft gleichsetzen.

Aus diesen Gründen wurde bisher - und wird noch immer - die Innenseite von Kaffeeverpackungen mit Aluminium ausgekleidet. So konnte das empfindliche Genußmittel Kaffee ausgezeichnet geschützt werden. In der Industrie setzte sich dann vor fast 60 Jahren die Vakuumverpackung durch, die eine Mindesthaltbarkeit von 2 Jahren und länger ermöglichte.
Allerdings entwickelte sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten ein immer stärkeres Umweltbewußtsein, womit die umweltbelastende Verwendung von Aluminium stärker in den Fokus der Verbraucher rückte. Nachhaltige Produktion und Verpackung sowie die Frage der Kompostierbarket wurden lauter, konnten aber bisher nicht immer ausreichend beantwortet werden.

 

Ab ca. Oktober 2021 wird FeinerKaffee für alle seine KaffeePods sowie für die Standbeutel der Bohnenkaffeesorten ausschließlich kompostierbares Material verwenden. Auf den Einsatz von Aluminium wird verzichtet. Ein aufwändiges Verfahren, das letztlich auch gerade in der Anfangsphase zu höheren Kosten führt - die jedoch nicht an die Verbraucher weiter gegeben werden.

Für die genauer Interessierten wollen wir das Verfahren und die Materialien in Frageform etwas näher vorstellen.

 

Die KaffeePod sind doch schon kompostierbar - das ist doch Gaze?!
Dies ist leider nicht ganz richtig. Zum einen wird das Material häufig zusätzlich gebleicht. Zum anderen werden die Pappflügel, mit denen die Tassenfilter in die Tasse eingehängt werden, zur besseren Stabilität mit einer Beschichtung aus Kunststoff o.ä. überzogen. Diese Beschichtung bleibt nach der Zersetzung des Tassenfilters übrig.

Aus welchem Stoff sind die KaffeePod-Filter?
Wir verwenden einen Stoff, der sich PLA nennt. Polylactid acid, auch Polymilchsäure genannt, wird aus nachwachsenden und natürlichen Rohstoffen gewonnen. Hierfür findet beispielsweise Mais Verwendung. PLA gehört als synthetisches Polymer zu den Polyestern und ist gemäß EN 13432 biologisch abbaubar und kompostierbar.

Aus welchem Material ist die Umverpackung des KaffeePod?
Wie allgemein üblich ist auch unser Aufbau dreischichtig. Die innere Seite ist gartenkompostierbar und auf Basis von Zuckerrohr hergestellt. Die Mittelschicht ist ebenso gartenkompostierbar und aus Zellulose. Die äußere, bedruckte Seite ist ebenso aus Zellulose und wie die anderen Schichten zertifiziert gartenkompostierbar.

Was sind die nächsten Schritte?
Zunächst ist die Umsetzung der Verpackungspläne ein sehr großer Aufwand, da es bisher maschinentechnisch keinerlei Erfahrungen mit den Materialien gibt. Das bedeutet, dass die Abfüllmaschinen komplett neu eingestellt werden müssen, da nach der Handröstung der Abfüll- und Verpackungsprozess komplett vollautomatisch abläuft.
Der nächste Schritt für 2022 ist die Umstellung der Bedruckung der KaffeePod-Beutel mit Farben auf Basis von Pflanzenöl.